27. Februar 2019: Hello World

Unsere Homepage ist so langsam auf dem Weg. Wir freuen uns schon jetzt auf unsere Fahrt im Sommer und werden Euch hier immer über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten.

23. April 2019: Es funktioniert!

Die Homepage steht nun und geht online. Wir freuen uns auf viele Besuche und Spender! Danke Euch jetzt schon!

22. Mai 2019: Geglückte “Generalprobe”

Vom 29 April bis zum 4. Mai konnte ich (Klaus) einen “erweiterten Materialtest” erfolgreich abschliessen. Mit dem relativ leicht bepackten Gravelbike bin ich am 29. April Nachmittags in Sargans losgefahren – das Wetter war irgendwo zwischen Dauerregen und Schneetreiben und ich war ehrlich gesagt ziemlich froh als ich nach gerade mal 90km – aber trotzdem völlig durchnässt – in Simmerberg ankam. Dort konnte ich bei meinen Eltern wieder Energie in Form von Essen und Schlaf tanken und war guter Dinge für den nächsten Tag.

Das Wetter am 30. April verhielt sich ähnlich und so entschloss ich mich nach einem ersten Blick aus dem Fenster die Etappe des Tages ein wenig zu verkürzen und mit dem Zug die ersten ca 60km bis Kaufbeuren zu fahren. Dort startete ich dann am späten Vormittag bei immerhin nachlassendem, aber halt doch noch Regen. Die Strecke über Landsberg am Lech und am Ammersee vorbei ist landschaftlich sicher reizvoll – viel sah man nicht ausser grau. Erst in München lockerte die Wolkendecke auf. Die weitere Strecke verlief weitgehend trocken – im Tal der Isen kamen sogar ein paar Sonnenstrahlen durch. Dennoch war ich auch wieder erleichtert, als ich meinen Etappenort Mühldorf am Inn erreichte. Dort erwarteten mich meine Couchsurfing – Gastgeber Irmi uns Norbert. Wahrscheinlich sind das mit die beiden nettesten Menschen die je kennenlernen durfte. Vielen Dank für die tolle Gastfreundschaft und die spannenden Unterhaltungen.

Am Maifeiertag startete ich in Mühldorf bei Kaiserwetter recht früh (natürlich nach einem ausgiebigen Frühstück, das mir meine Gastgeber serviert hatten) und hielt mich mal links, mal rechts des Inns mit nur einem Zwischenstopp im Wallfahrtsort Altötting, bis ich gegen Mittag Passau erreichte. In Passau erwischten mich die ersten Regentropfen, der Schauer liess aber bald nach. Über Hauzenberg, das österreichische Mühlviertel erreichte ich den Stausee Lipno auf böhmischer Seite und setzte mit einer kleinen Fähre über. Die restlichen 35 Kilometer über das sehr schöne Städtchen Cesky Krumlov, das auch zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, bis Budweis genoss ich auf zumeist herrlichen Radwegen. Auch hier empfing mich mein Couchsurfing Gastgeber Petr mit einer Herzlichkeit wie ich sie nicht grösser hätte erwarten dürfen.

Am nächsten Morgen, dem 2. Mai, ging es wieder relativ früh los. Auf meist kleinen Nebestrassen und Radwegen durchfuhr ich bei meist heiterem Wetter, aber auch einigen kleinen Schauern die liebliche Landschaft Böhmens und erreichte nach einem eher ruhigen Tag Pardubice, die Stadt des berühmt – berüchtigten Galpprennens. Pardubice, wo ich in einem kleinen Hotel übernachtete.

Der 3. Mai begrüsste mich mit eher garstigem Wetter. Bei mal mehr, mal weniger heftigem Schauerwetter führ ich die meiste Zeit an der jungen Elbe entlang bis zur polnischen Grenze bei Kudowa-Zdrój, dem polnischen Kurort im Heuscheuergebirge. Nach einer ausgiebigen Stärkung ging es bei nun interessanterweise wolkenlosem Himmel durch den spektakulären, aber leider auch sehr überfüllten Nationalpark des Heuscheuergebirges bis in das sehenswerte Städtchen Kłodzko. Von dort war es nicht mehr weit bis ich meine Unterkunft nahe Otmuchów erreichte.

Am letzten Tag meiner Reise durchfuhr ich oberschlesische Landschaften wie aus dem Bilderbuch. Meist waren es kleine Nebenstrassen an Flüsschen, Kanälen, Seen oder durch Hügellandschaften. Nach einem kurzen Stopp im Wallfahrtsort Góra Świętej Anny erreichte ich bald die erste Stadt des oberschlesischen Industriereviers, von wo es nur noch ein Katzensprung bis nach Zabrze war, wo meine Reise endete und ich meine Lieben in die Arme schliessen konnte.

10. Juni 2019: Die Shirts sind da!

Angekommen waren sie ja schon länger, nur konnte ich leider bisher nichts auf der Homepage darüber berichten: Wir haben unsere „Dienstkleidung“ erhalten: Die Don Bosco Mission Bonn stattet uns für unsere Reise mit grünen Strassenkinder – Shirts aus. Wir freuen uns sehr darüber!

11. Juni 2019: Neuer Sponsor: Sport Hauber Steibis

Das Sportgeschäft Sport Hauber wird uns für unsere Reise mit Fahrradbekleidung der Marke Maloja ausstatten. Vielen herzlichen Dank dafür!

12. Juni 2019 Die Homepage geht wieder!

Okay, so richtig weg war sie nie. Aber irgendein Update hatte Probleme verursacht und ich konnte keine Einträge mehr vornehmen. Irgendwie habe ich das manuelle Update der WordPress Seite dann doch noch geschafft und – siehe da: Es geht wieder!

12. Juni 2019: Neuer Sponsor Velo Plus

Velo Plus haben uns ihre Unterstützung zugesagt: Sie statten uns mit Fahrradtaschen der Firma Ortlieb aus. Vielen, vielen Dank dafür!

12. Juni 2019: Danke, na-le unverpackt!

Valeria und Pascal vom Unverpacktladen in Einsiedeln, na-le unverpackt, spenden ihr Trinkgeld an unser Projekt. Vielen herzlichen Dank dafür im Namen der Strassenkinder von Kischinau. Wenn Ihr also nach Eurem Einkauf bei na-le unverpackt noch ein bisschen Kleingeld übrig habt, freuen wir uns, wenn Ihr es in das Kässchen werft.

12. Juni 2019: Die Pfarrei Einsiedeln unterstützt uns.

Wir sind nun auch auf der Homepage der Pfarrei Einsiedeln präsent. Am Sonntag, 30. Juni wird die Kollekte in der Jugendkirche Einsiedeln für unser Projekt aufgenommen. Auch hier ein herzliches Dankeschön bereits jetzt an den Initiator Pater Aaron und an alle zukünftigen Spender.

15. Juni 2019: Am Wochenende beim Dialog

Am Samstag, 15. Juni, fand ein vom Kulturverein Dialog initiierter Erzählabend „Entdeckungsreise durch die Slowakei“ statt. Bei dem Anlass im Restaurant Tulipan von 18:00 bis 20:30 Uhr, bei dem Frau Dagmar Schmidt einen tollen Überblick über ihr Heimatland gegeben hat, durfte ich, Klaus, unser Projekt vorstellen. Vielen Dank für die Gelegenheit, die vielen positiven Rückmeldungen!

29. Juni 2019: Im Westallgäuer und auf all-in.de

Vielen Dank der Redaktion von all-in.de und dem Westallgäuer, vor allem an Anja und Benny für den tollen Bericht über unser Projekt:

30. Juni 2019: Vielen Dank na-le unverpackt und allen Spendern

Valeria und Pascal von na-le unverpackt haben ihr Trinkgeld für die Strassenkinder in Kischinau gespendet. Dabei sind 380 CHF zusammengekommen. Danke!

1. Juli 2019: Kollekte der Pfarrei Einsiedeln

Bei der Kollekte in der Jugendkirche sind 630 CHF für unser Projekt zusammengekommen. Vielen Dank der Pfarrei Einsiedeln, insbesondere Pater Basil und Pater Aaron und allen Spendern!

9. Juli 2019: Im Einsiedler Anzeiger

Heute hat der Einsiedler Anzeiger über unser Projekt berichtet. Vielen Dank vor allem an Werner für den tollen Artikel!

15. Juli 2019: Allgäuer Zeitung

Heute erschien ein kleiner Artikel in der Allgäuer Zeitung über unser Projekt.

17. Juli 2019: Bote der Urschweiz

Heute erschien ein Artikel über unser Projekt im Boten der Urschweiz

26. Juli 2019: Start (in 3 Tagen…)

Es geht los, die letzten Vorbereitungen sind getroffen, die Beine (hoffentlich) fit. Wahrscheinlich werden wir die nächsten Wochen keine Live Berichte auf dieser Seite, sondern nur auf unserem Instagram – Account hochladen. Viel Spass beim Verfolgen und drückt uns die Daumen 🙂

21. August 2019: Glücklich zuhause

Liebe Freunde, Spender, Unterstützer, Instagram Follower, liebe Alle

Wir sind wieder gesund und wohlbehalten zurück und werden unsere Erlebnisse, Eindrücke und Gedanken in den nächsten Tagen auf der Webseite mit Euch teilen. Im Moment bleibt uns nur zu sagen: Danke! Im Namen von uns und im Namen der Kinder von Moldawien.

Die Fahrt

Tag 1: Von Einsiedeln nach Simmerberg; 29. 07. 2019: 155km

In den folgenden Einträgen möchten wir unsere Eindrücke von der Tour mit Euch teilen. Wir hoffen, Euch einen guten Eindruck von unserer Fahrt vermitteln zu können.

Als ich (Klaus) mich früh am Morgen mit grosser Euphorie im Gepäck aufmachen wollte, erst einmal die grosse Ernüchterung: Es regnete und über Nacht war die Luft aus dem Reifen gewichen. Was also blieb übrig als die Not zur Tugend zu machen, den Reifen zu wechseln und dabei die Regenwolken vorbeiziehen lassen. Mit dann insgesamt zweistündiger Verspätung nahm ich die Abfahrt an den Zürichsee in Angriff, wo ich in Lachen die Regenjacke gegen die Sonnencreme tauschen konnte. Die Fahrt am Obersee entlang, durch die Linthebene und am Südufer des Walensees ist landschaftlich sehr schön und wegen der kleinen Ortschaften, der Fahrradtunnels und der schönen Ausblicke sehr kurzweilig. Leider auch sehr gegenwindanfällig, und so merkte ich relativ schnell, dass Rennradfahren ohne Gepäck mit Rückenwind und Fahren mit einem 16kg schweren und mit weiteren 12kg Gepäck ausgerüsteten Gravelbike bei Gegenwind zwei ziemlich verschiedene Sportarten sind. Ab Sargans drehte dann der Wind und die 60km auf dem Rheindamm vergingen wie im Flug. Der Anstieg nach Bregenz-Fluh zeigte mir mit seinen 15% Steigung dann aber wieder ganz gut auf, dass die Schwerkraft existiert. Nach einer kleinen Pause und Stärkung bei Freunden kam ich Simmerberg im Westallgäu bei meinen Eltern an, wo ich wie immer gut verpflegt wurde und mich ausruhen konnte.

Tag 2: Von Simmerberg nach München; 200km; 30. 7. 2019; 200km

Der Tag begann vielversprechend: Sonne satt war angesagt und das bei angenehmen Temperaturen um die 20°C. Als ich meine Tour in Simmerberg startete hatte ich gleich drei „Mitfahrer“: Mein Vater, der mich auf der ersten Kilometer begleitete (dann musste er abdrehen auf seinen Weg zur Arbeit) und mein vierjähriger Neffe Julius, der es sich nehmen liess, die ersten hundert Meter auf seinem Kinderrad mitzufahren. Die ersten ca. 25km durchs morgendliche Allgäu genoss ich, bevor in Immenstadt das erste Treffen mit den bayerischen Spitzenpolitikern von den Grünen, Ludwig Hartmann, Christian Zwanziger und Thomas Gehring anstand, die auf ihrer Bayerntour auch am Alpsee haltmachten. Ein weiterer Grüner, mein Cousin Basti, sollte mich ab hier die nächsten zwei Tage begleiten. Durchs untere Oberallgäu mit Stationen bei Basti zuhause und einem kleinen Halt in Wildpoldsried, wo sich unser Freund Armin uns für ein kleines Stück anschloss, ging es Richtung Ostallgäu, den Lechrain, am Ammersee vorbei bis nach München, wo uns Lucas ein wunderbarer Gastgeber war, und wir uns mit Kässpatzen stärkten.

Tag 3: Von München nach Altenmarkt im Pongau (mit einem kleinen „Notbehelf“); 31. 7. 2019; 190km

Das Wetter hatte sich in der Nacht ziemlich verändert: Als Basti und ich frühmorgens aufbrachen, war es bereits in München kalt und tröpfelte. Auf dem Radweg über Ebersberg bis an den Inn regnete es dann immer stärker und kurz vor dem Chiemsee schüttete es dann wie aus Kübeln. Da Basti in Bad Endorf den per Bahn den Heimweg antreten musste, nahm ich das zum Anlass, aus dem schlimmsten Unwetter hinaus auch die Bahn zu nehmen. Natürlich war mein Plan, die gesamte Strecke bis Moldawien mit dem Rad zurückzulegen – das Unwetter lud aber nicht zur Weiterfahrt ein. Da mein Bruder Johannes, bereits in Salzburg auf mich wartete und deswegen längere Pausen nicht denkbar waren, stieg ich für die 30km bis Traunstein auf die Bahn um. Dort hatte sich das Wetter etwas gebessert und die Fahrt bis nach Salzburg verlief weitgehend trocken. In Salzburg ging dann die eigentliche Tour erst richtig los: Johannes, der aus beruflichen Gründen erst ab diesem Tag frei hatte, stiess dazu. Die verbleibenden 65km bis Altenmarkt im Pongau gingen – vor allem wegen der Sperrung der Autobahnabfahrten und der deswegen freien Strassen – wie im Flug vorbei.

Tag 4: Von Altenmarkt im Pongau nach Klagenfurt am Wörthersee; 1. 8. 2019; 170km

Der fünfte Tag hielt bereits einen der Höhepunkte der Tour bereit: Die ersten Gebirgspässe standen auf dem Programm. Wir hatten uns aufgund der für den Nachmittag angesagten Gewitter gegen die Grossglockner Hochalpenstrasse und für eine Übernachtung in einem Hostel in Klagenfurt, statt im Zelt, entschieden: Klar der richtige Plan, denn das Wetter war tagsüber wunderschön, am Abend entluden sich über Kärnten dann aber heftige Unwetter. Die erste Auffahrt zum Tauernpass war mit den noch recht frischen Beinen relativ gut bewältigt und die Abfahrt vorbei an wunderbaren Burgen, durch traumhafte Landschaften und hübsche Dörfer, ein reiner Genuss. Landschaftlich war dies der folgende Aufstieg zur Turracherhöhe auch. Aber der Anstieg ist einfach ziemlich steil und das viele Gepäck doch arg der Schwerkraft ausgesetzt. Als wir dann oben waren, freuten wir uns sehr auf die Abfahrt nach Unterkärnten. Nach einem kleinen Abstecher am Wörthersee entlang, wo wir den Sonnenuntergang genossen, waren wir froh kurz vor dem heftigen Unwetter im Mladinski Dom einzuchecken.

Tag 5: Von Klagenfurt nach Lavamünd; 2. 8. 2019; 65km

Wettermässig war der Tag Nummer 6 definitiv der schlechteste auf der Tour – so schlecht, dass wir die Kamera nicht auspackten… Es regnete praktisch ohne Unterlass, weshalb wir unsere geplante Route doch stark verkürzten und von Klagenfurt an der Drau entlang bis an die Slowenische Grenze nach Lavamünd fuhren. Bei einem kurzen Stadtbummel trafen wir auf einige Teilnehmer des Transcontinental Race, das gerade im Gang war. Wow: Respekt vor allen Finishern dieses unglaublichen Events. Die Strecke verlief grösstenteils flachwellig und auf schönen Radwegen an einigen Kärntner Seen vorbei. Uns wurde also trotz des Regens nicht langweilig.

Tag 6: Von Lavamünd nach Kog: 3. 8. 2019; 145km

In Lavamünd starteten wir bei etwas kühleren Temperaturen, aber blauem Himmel. Sehr bald überquerten wir die Grenze nach Slowenien und folgten dem doch recht hügeligen Radweg an der Drau entlang bis nach Maribbor. Unterwegs hatten wir einen Platten zu beklagen, der aber recht schnell geflickt werden konnte. Nach einem Zwischenstopp in Maribor, wo wir bei einem sehr netten Fahrradhändler neue Ersatzschläuche und -bremszüge kauften ging es meist flach an der Drau entlang weiter durch das bezaubernde Ptuj, wo wir für eine Stunde wegen eines Gewitterschauers unterstehen mussten, und das kleine Ormoz bis zum Eco Camp Templarjevo in der Weingegend um Kog kurz vor der Kroatischen Grenze. Gerade als wir unser Zelt aufgebaut hatten, ging ein weiterer Gewitterschauer nieder, der uns das Finden von trockenem Holz für unseren Hobo Kocher erschwerte. Dank der Hilfe von netten Holländischen Campinggästen, brachten wir den Kocher dann doch zum laufen.

Tag 7: Von Kog nach Slatina: 4. 8. 2019; 171km

Der Tag begann mit einer kleinen Verwirrung. Irgendwie brauchten wir auf den kleinen Strassen um Kog viele Anläufe um unsere Fahrräder “auf Kurs” zu bringen. Dank der netten Hilfe gefühlt fast aller Anwohner schafften wir es dann doch noch auf die richtige Strasse und überquerten am späteren Vormittag die Grenze nach Kroatien, wo wir in der sehenswerten Stadt Varadzin auf dem Markt einkauften, das Zelt trockneten und Pause machten. Der Rest des (sehr heissen) Tages führte uns durch die flache Landschaft des Drautales in Slawonien bis in das nette Städtchen Slatina, wo wir nach einer kurzen Stadtrundfahrt den Tag beendeten.

Tag 8: Von Slatina nach Kopacevo: 5. 8. 2019; 110km

Happy Birthday, Hannes! Wahrscheinlich hattest Du Dir Deinen Geburtstag anders vorgestellt. Wir starteten früh, bei einer wunderbaren Morgenstimmung bei völlig leeren Strassen (wir wunderten uns schon, wieso…) in Slatina, und die Fahrt über kleine Strassen machte riesig Spass: Bis in der Nähe der ungarischen Grenze, ca 6km vor dem kleinen Ort Donji Miholjac. Kurz zuvor hatten wir den französischen Langstreckenradler Jackie überholt, uns mit ihm ein wenig unterhalten und waren eigentlich guter Dinge, doch dann riss an Klaus` Vorderrad eine Speiche. Leider hatten wir keinen Ersatz dabei (das war wohl das einzige Ersatzteil, an das wir nicht gedacht hatten). Wir fuhren vorsichtig weiter bis nach Donji Mholjac, wo wir ein Fahrradgeschäft ansteuerten. Geschlossen! Eine kurze Internetrecherche offenbarte: Heute ist Feiertag in Kroatien. Ein freundlicher Herr auf der Strasse gab uns den Tipp, es bei einem im ganzen Dorf bekannten Herrn, einem majstor, zu versuchen. Eventuell könnte er unser Problem selbst an einem Feiertag beheben. Nachdem die Adresse gefunden war, mussten wir feststellen: Niemand zu Hause. Natürlich: Es war ja Feiertag bei bestem Wetter. Die Nachbarn des majstors hatten uns aber schon gesehen und luden uns schnurstracks auf ein Bier zu sich auf die Terrasse ein (die legendäre kroatische Gastfreundschaft…) und taten alles, ihren Nachbarn auf dem Handy zu erreichen. Dabei stellte sich heraus, dass er selbst bei einem Radrennen im Süden Kroatiens weilte und erst am späteren Abend zurückkommen würde. Dankbar für die tolle Gastfreundschaft aber etwas ratlos fuhren wir wieder ins Ortszentrum, wo just im selben Moment Jackie ankam. Er war top ausgerüstet und schenkte uns sofort eine Speiche. Wir setzten uns an Ort und Stelle auf den Gehsteig und machten uns daran, diese einzusetzen. Der Besitzer der Bar nebenan sah die Aktion und brachte uns neben einer Limonade auch seinen Werkzeugkasten, um griffigere Inbusschlüssel zu haben. Okay, dachten wir uns: Netter können die Leute selbst hier in Kroatien nicht sein, aber wir wurden sofort eines besseren belehrt: Ein junger Mann, der sich uns als Sasa vorstellte hatte unsere Aktion gesehen und bot an, seinen Kumpel Davor zu rufen: Die beiden reparieren nebenberuflich Fahrräder. Davor kam zwei Minuten später, nahm unser Vorderrad mit zu sich nach hause, setzte die Speiche ein, zentrierte das Rad und brachte es 15min später zurück. Wir waren baff, wussten gar nicht, wie wir uns revanchieren konnten und luden die beiden auf einen Kaffee in einer Bar ein. Wow! Wirklich Wow! Wir hätten nicht gewusst, wie wir die Tour sonst hätten fortsetzen können. Am Nachmittag setzten wir unsere Tour dann fort, fuhren durch das hübsche Osijek bis in nach Kopacevo, wo wir an einem Campingplatz in dem recht grossen Naturschutzgebiet, in dem Wildes Campen verboten war, unser Zelt aufschlugen. Die Chefin des Platzes sah, dass Hannes Geburtstag hatte und schenkte uns eine Flasche Wein. Diese tranken wir dann gemeinsam mit Jackie, der am Abend zufälligerweise am selben Campingplatz ankam…

Tag 9: Von Kopacevo nach Cortanovci : 6. 8. 2019; 152km

Am nächsten morgen starteten wir relativ früh in Kopacevo, genossen den Morgennebel an den Weihern und Sümpfen bis nach Osijek. Ab Osijek verliessen wir dann den Lauf der Drau und fuhren auf verkehrsarmen Nebenstrassen bis an die kroatisch – serbische Grenze, wo wir auch die Donau überquerten.

Kurz hinter der Grenze dann ein kleines Missgeschick: Wegen eines Autos, dessen Fahrer sich mit seinem Mobiltelefon abzulenken schien, machte ich (Klaus) eine Vollbremsung und holte damit Johannes vom Rad. Der zog sich einige schmerzhafte Schürfwunden zu – so richtig zugeben, dass diese echt wehtaten, wollte er natürlich nicht. So was lässt die Fahrradfahrerehre natürlich nicht zu :-). Zusätzlich war auch meine hintere Bremsscheibe ordentlich verbogen, so dass wir die Bremse abmontieren mussten, weil sie ordentlich schliff. Auf zunächst kleinen Landstrassen, in Richtung Novi Sad wurden diese allerdings immer grösser, ging es durch die flache Vojvodina. Flach war in dem Fall gut: Einer von uns beiden fuhr notabene ohne Hinterbremse. In Novi Sad angkommen steuerten wir ein Fahrradgeschäft an, wo wir wieder in den Genuss einer Gratisreparatur kamen. Serbien machte in punkto Gastfreundschaft genau dort weiter, wo Kroatien aufgehört hatte. Weiter ging es dann zunächst entlang der Donau, wobei zeitweise der Asphaltbelag gröberem Blockwerk wich und kurz vor Cortanovci ein ziemlich steiler Anstieg von der Wegführung direkt am Fluss wegführte. Bereits etwas gezeichnet vom Angriff zahlloser Kriebelmücken stellte sich uns kurz vor Ende des Anstieges ein sehr freundlicher Herr in den Weg und lud uns auf ein Bier in sein Ferienhaus ein. Einfach so, weil wir Fahrradfahrer seien und sicher Durst hätten, sagte er. Wir nahmen dankend an und sassen gemütlich eine Stunde schwatzend auf seiner aussichtsreichen Terrasse, bevor wir die letzten zwei Kilometer des Anstiegs in Angriff nahmen und unser Zelt kurz vor der Dämmerung an einem zufällig entdeckten kleinen Campingplatz aufschlugen.

Tag 10: Von Cortanovci nach Smederevo: 7. 8. 2019; 146km

Serbien machte auch am nächsten Tag zunächst viel Spass. Die Strecke des Donauradweges mäanderte auf gut zu fahrendem Gravel durch flache Mais- und Hanffelder. Bald waren dann auch die ersten Vororte von Belgrad erreicht. Die Stadt bietet reichlich Grünflächen an der Donau und eine sehr gute Fahrradinsfrastruktur – zu der natürlich auch der unvermeidliche Fahrradlift an der Donaubrücke gehört. Nach einer ausgiebigen Pause in der Innenstadt bei Wassermelonen und Gesprächen mit anderen Donauradwegfahrenden, machten wir uns am Nachmittag wieder auf. Leider erwischten wir die “falsche”, südliche Seite der Donau und mussten uns in stetigem auf und ab durch sehr viel Verkehr aus der Stadt bewegen. Einige hübsche Donauörtchen weiter gelangten wir in das sehenswerte Städtchen Smederevo, wo wir unser Zelt im Vorgarten eines Gasthauses mit toller Aussicht auf die Donau aufschlagen durften.

Tag 11: Von Smederevo nach Donji Milanovac: 8. 8. 2019; 171km

Heute erwarteten wir nichts anderes als die Königsetappe der ganzen Tour: Wir wollten in die berühmte Landschaft des Eisernes Tor genannten Donaudurchbruchs einfahren. Zunächst aber erst einmal Ernüchterung: Nach einem Platten auf einer Gravelpiste ging beim Flicken ein wenig Zeit ins Land. Als wir erfuhren, dass es im Nachbarort einen Fahrradladen geben sollte, fuhren wir diesen an. Wir wurden (natürlich: wir waren ja noch in Serbien) sehr, sehr freundlich bedient, allerdings gestaltete sich die Suche nach einer Ersatzspeiche, die wir auch noch für alle Fälle kaufen wollten, als etwas langwierig, so dass wir erst gegen 11 Uhr “so richtig losfuhren”. Landschaftlich war die weiterhin flache Strecke an der Donau ein Genuss. Der Gravel war aber doch recht grob, so dass wir eher gemütlich vorwärtskamen. In Banatska Palanka nahmen wir nach einer Mittagspause die Fähre wieder ans südliche Donauufer und lernten auf dem Boot zwei deutsche Donauradwegradler kennen. Am Südufer angekommen fuhren wir weiter auf besten Radwegen durch die Touristenorte am Silbersee genannten alten Donauarm und erreichten bei der eindrucksvollen Festung Golubac den Eingang zum Eisernen Tor. In stetem leichten auf und ab ging es durch dieses wunderbare Tal, bis wir am Eingang des Touristenortes Donji Milanovac unser Nachtlager aufschlugen.

Tag 12: Von Donji Milanovac nach Craiova: 9. 8. 2019; 212km

Verflixt. Jetzt hatte es doch seit Slowenien keine einzige Wolke mehr am Himmel gegeben, und just als wir losfahren wollten, ging ein kleiner Gewitterschauer nieder. Der Spuk war aber wirklich nur von kurzer Dauer, und so fuhren wir zunächst bei bedecktem Himmel und endlich mal etwas kühleren Temperaturen durch die zweite Hälfte des Eisernen Tores. Landschaftlich war dieser Teil fast noch spektakulärer als der erste. Viel zu schnell wurde das Terrain wieder flacher, und wir überquerten die Grenze nach Rumänien bei Turm Severin. Dier ersten Kilometer gingen einfach. Was waren wir gewarnt worden: Streunende Hunde, teilweise rücksichtslose Autofahrer, aber zumindest bis hinter Turm Severin nichts dergleichen. Wir entschieden uns auf unserem Weg Richtung Bukarest gegen die Nationalstrasse und schlugen uns in der Wallachei auf kleinen, aussichtsmässig wunderbaren Schotterstrassen durch die Hügel, bis wir in einem kleinen Dorf die volle Dröhnung abbekamen: Drei Hunde stürmten bellend auf uns zu, und der entgegenkommende Automobilist machte keine Anstalten, für uns ausweichen zu wollen. Okay: Da ist war dran, dachten wir und waren gewarnt. Auf der zunächst hübschen kleinen Strassen und dann auf der grösseren Strasse bis Craiova, das wir am Abend erreichten, hatten wir keine Hundeattacke mehr zu beklagen – einige Autofahrer jedoch, das muss man sagen, dehnten die Verkehrsregeln (und hier insbesondere die Abstands- und Geschwindigkeitsregeln) doch sehr zu ihren Gunsten. In Craiova angekommen entschieden wir uns aufgrund der vorgerückten Uhrzeit (es war schon 22 Uhr) für eine Übernachtung in einer Pension. Wir waren froh über ein bequemes Bett nach dem langen Tag.

Tag 13: Von Craiova nach Pitesti: 10. 8. 2019; 152 km

Nach einer kurzen Stadtrundfahrt in Craiova fuhren wir los Richtung Nordosten. Unser Ziel sollte Pitesti sein, wo wir bereits von Eltern eines Freundes erwartet wurden. Die gewählte Nationalstrasse machte uns das Leben etwas schwer: Sie war recht eng und ziemlich verkehrsreich. Nach einer Weile entdeckten wir eine kleine Nebenstrasse, auf der es einfacher ging. Als wir Pitesti erreicht hatten trafen wir per Zufall Cristina und Lucian, unsere Gastgeber, die ihrerseits gerade von einer Mountainbike zurückkamen. Was uns bei ihnen zuhause dann erwartete, hatten wir beide in dieser Form noch nicht erlebt. Rumänische Gastfreundschaft Deluxe! Von gefülltem Hecht über verschiedenste Salate, Fleischsorten bis zu fantastischer Pastrama wurde uns von allem, was die Kücher hergab, serviert. Dazu Wein aus der Region und als Digestiv das Nationalgetränk Zuica, einen Pflaumenschnaps. Ich glaube, diesen Abend werden wir so schnell nicht vergessen: Nicht nur wegen des fantastischen Essens (das bei Rührei und Joghurt mit frischen Heidelbeeren am nächsten Morgen fortgesetzt wurde), sondern auch wegen der unglaublichen Herzlichkeit von Cristina und Lucian.

Tag 14: Von Pitesti nach Bran: 11. 8. 2019; 120 km

Cristina und Lucian waren es dann auch, die uns ein bisschen von unserem ursprünglichen Plan, die Transforagasan, die berühmte Hochstrasse über die Karpaten, zu nehmen: Es war immerhin Sonntag, Traumwetter und der Ausflugsverkehr soll an dieser Strasse bei solchen Bedingungen recht heftig sein. Der Branpass bot sich als Alternative an – und die sollte sich lohnen: Panoramatechnisch wunderbar, ist dieser Pass unter der Woche stark von Lastwagen befahren, an Sonntagen aber fast leer. Wir überquerten also ein erstes Mal die Karpaten und nächtigten auf einem Campingplatz in Bran, dem touristisch bedeutenden Ort der Burg des Grafen Vlad Draculea, dem Vorbild der Figur Dracula. Wir kamen dort übrigens nicht mit leeren Händen, bzw. Taschen an: Cristina und Lucian hatten es sich nicht nehmen lassen, uns mit einem Liter hochprozentiger Zuica und gefühlt zwei Kilo Pastrama auszustatten. Die Pastrama hatten wir auf dem Scheitelpunkt des Branpasses mit dem rumänischen Radfahrer Alex genossen, die Zuica blieb zunächst unangetastet…

Tag 15: Von Bran nach Gheorgheni: 12. 8. 2019; 232 km

Siebenbürgen war irgendwie anders als die Wallachei: Wir fanden die perfekten kleinen, ruhigen, leicht hügeligen Strassen und hatten überhaupt keinen Kontakt mit streunenden Hunden. Die Zeit verflog buchstäblich im Land der Szekler, wo man sich an Landschaft und Dörfern kaum sattsehen kann. Der letzte kleine Pass nach dem Zetea Stausee war dann auch so schön, dass wir ihn sehr gemütlich hinauffuhren (oder war es doch die Erschöpfung?). Als wir in der Dämmerung unser Zelt kurz hinter Gheorgheni aufschlugen hatten wir einen erfüllten Tag hinter uns.

Tag 16: Von Gheorgheni nach Baltati: 13. 8. 2019; 182 km

Fast waren wir ein bisschen wehmütig: Die letzten Kilometer durch das liebgewonnene Siebenbürgen, der letzte Tag durch Rumänien, der vorletzte Tag unserer Tour… Naja, er begann nervig: Die Pedalplatte meinen (Klaus`) Schuhs war abgebrochen und hatte dessen Sohle beschädigt. Radgeschäft war keines zu sehen, also sollte “es ja wohl schon gehen”. So viel geflucht wie an diesem Tage hatte ich wahrscheinlich noch nie… Über den Pass am Lacul Rosu und die folgende touristisch sehr stark erschlossene aber wunderschöne Bicaz – Schlucht ging es noch gut, in der folgenden welligen Landschaft von Rumänisch Moldau war das ständige Abrutschen vom Pedal dann mit der Zeit etwas ermüdend. Aber: Man gewöhnt sich ja an alles, und darum fiel mir das Problem dann schon am nächsten Tag gar nicht mehr auf. Kurz hinter Targu Frumos entschieden wir uns dann – zum zweiten Mal in Rumänien – für ein Übernachtung in einer Pension. Die richtige Entscheidung: Wir lernten dort eine sehr, sehr nette Gruppe polnischer Motorradfahrer kennen, und mussten am nächsten Tag den Zuica nicht mehr über die Hügel von Moldau schleppen…

Tag 17: Von Baltati nach Chisinau: 14. 8. 2019; 192 km

Letzter Tag auf dem Rad: Fühlte sich irgendwie gut (ein Erholungstag war dann doch angebracht, vor allem nach den dann zwei Tagen mit der kaputten Pedalplatte) und falsch (wir wollen doch noch nicht heim…) zugleich an. Die Landschaft um die Stadt Iasi gefiel uns sehr, waren doch die Strassen über die Hügel fast verkehrsfrei und auf jeder Kuppe tat sich eine neue Aussicht auf. Nach gut 60km waren wir dann am Grenzübergang zur Republik Moldau. Kurz davor hatten wir noch an einem Strassenstand eine Wassermelone geschenkt bekommen (einfach so, weil Radfahrer seien super…), diese gegessen und machten uns danach gestärkt auf die letzte Etappe. Die Strassen in der Republik Moldau waren genauso leer wie vor der Grenze, die Landschaft lieblich und hinter jeder Kurve gab es eine Zisterne, an der wir uns mit Trinkwasser versorgen konnten, was an diesem, wahrscheinlich heissesten Tag der ganzen Fahrt, optimal war. Kurz hinter Ungheni war ein kleiner Pass zu überqueren, der nicht weit vom höchsten Berg des ganzen Landes vorbeiführte. Die Landschaft blieb weiterhin lieblich, die Menschen auf der Strasse freundlich und interessiert und die Autofahrer weiterhin aus. Kurz vor Chisinau wurde der Verkehr etwas dichter, aber nicht eigentlich der Rede wert. Direkt am Ortseingang warteten, wie voher abgesprochen, unsere Gastgeber Calin und Sergiu auf uns und empfingen uns mit einer Herzlichkeit, die uns die nächsten Tage begleiten sollte. Durch den dann doch dichten Verkehr Chisinaus eskortierten sie zu unserer Unterkunft für die nächsten Tage. Was uns dort dann an Gastfreundschaft erwarten würde, hatten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorgestellt – wobei: Nach den Erfahrungen in Serbien und Rumänien hätte uns das gar nicht mehr so erschrecken dürfen. Über unseren traumhaften Aufenthalt in Chisinau werden wir dann in den nächsten Einträgen berichten.

Besuch beim Centrul Don Bosco in Kischinau am 15. 8. 2019

Nach einer erholsamen Nacht und einem reichlichen Abendessen, im Gästezimmer der Büros von bfc in Chisinau, wo uns Calin und Sergiu noch mit allen anwesenden Mitarbeitern bekannt gemacht hatte, starteten wir am nächsten Morgen mit Calin und Mila von bfc in den Südosten der Hauptstadt, wo uns Don Andrei Munteanu, der Leiter des Zentrums empfing und uns “sein” Zentrum in aller Ausführlichkeit zeigte und vorstellte. Die allerwichtigste Aufgabe unserer Tour war somit auch erfüllt: Wir können uns nun sicher sein, dass die Spenden dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, bei den Strassenkindern in Kischinau. Wir konnten auch sehen, dass die Arbeit von Don Andrei und seinen Mitarbeitern grosse Früchte trägt. Vielen Dank, Don Andrei, für die Zeit und die ausführliche Besichtigungstour, vielen Dank, Calin und Mila, für die Organisation, das Mitkommen und das Übersetzen. Und, ja, ich (Klaus) entschuldige mich für die weissen Socken in Sandalen: Eine Mode, die wie in Deutschland so auch in der Rebublik Moldau einfach nicht totzukriegen sei, wie mir Calin erklärte 🙂

Ausflug nach Orheil und Orheiul Vecchi am 16. 8. 2019

Am Nachmittag waren wir dann als Touristen unterwegs und besuchten gemeinsam mit Calin, Mila, Brian und Ruben die herausgeputzte Stadt Orheil und die historische Stätte Orheiul Vecchi, wo in grandioser Natur ein Felsenkloster bestaunt werden konnte.

“Fernsehstars” am 17. 8. 2019

Als hätten die Leute von bfc nicht schon genug Action geboten, stand am nächsten Tag ein besonders ungewöhnlicher Termin auf dem Programm: Calin hatte uns einen Dreh mit moldawischen Fernsehsender und der Anchorwoman Anna Sarbu organisiert. Am nächsten Tag sollten wir um 19 Uhr auf Sendung sein. Es war ein Erlebnis! Und irgendwie hatten es uns die Wassermelonen doch wahnsinnig angetan, wie man im Interview hört… 🙂

Ausflug ins Weingut Castel Mimi am 17. 8. 2019

Moldauischer Wein: Wahrscheinlich der bekannteste Exportartikel des kleinen Landes. Und so konnten wir uns die Einladung von Mila, eines der grossen Weingüter des Landes, Castel Mimi, zu einer Führung und Degustation zu besuchen. Es gefiel uns sehr, und wir waren glücklich, auch diese Facette des Landes kennenlernen zu dürfen.

Abschied und die Zugfahrt zurück vom 18. 8. 2019 bis zum 20. 9. 2019

Natürlich, natürlich hatten uns unsere Freunde Calin, Sergiu und Vitali von bfc das allerbeste besorgt: Ein Erste Klasse Zugticket von Chisinau nach Bukarest und den Transport unserer Fahrräder von Chisinau in die Schweiz. Auch hierfür vielen, vielen Dank. Wir wollten gar nicht gehen, so schön war es bei Euch…

Der Abschied war etwas hastig: Hatten doch wir alle drei eine andere Abfahrtzeit im Kopf gehabt und so wurde aus dem geplanten gemeinsamen Mittagessen mit Calin eine Take-Away-Aktion, und wir assen unser Mittagessen (das moldawische “Nationalgericht”, Placinte) im Zug. Der Zug war eine Wucht: knapp 15h zunächst mit einer Diesellok über die moldauische (ex UDSSR) Spurweite und dann nach einem spannenden Radwechsel zunächst mit einer Normalspur – Diesellok, im Anschluss elektrifiziert nach Bukarest, wo wir nach einer kurzen Erkundung der pompösen Stadt unsere Freundin Elena auf ein spätes Frühstück trafen. Natürlich liess Elena es sich nicht nehmen, uns “ihre” Stadt in der Kürze der Zeit zu zeigen, und wir hatten einen wunderbaren Vormittag. Danke dafür.

Bereits mittags stiegen wir in den Zug nach Wien und genossen die gemütliche Fahrt durch wunderbare rumänische und ungarische Landschaften, bevor wir einen Tag in Wien mit Stadtbummel zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten verbrachten.

Die anschliessende Nacht verbrachten wir im Nachtzug nach Feldkirch, wo wir uns trennten und jeder in einem anderen Zug die restliche Fahrt nach Hause antrat.
Und dann war`s vorbei. Schade. Es waren tolle drei Wochen

Wir möchten hier noch einmal allen Menschen in der Schweiz, in Deutschland, in Liechtenstein, in Österreich, in Polen, in Slowenien, in Kroatien, in Serbien, in Rumänien und Moldawien danken, die dazu beigetragen haben, dass unsere Spendenfahrt ein so grosser Erfolg werden konnte!

Nachtrag: Unsere Vorsätze beim Umweltschutz

Wir hatten uns viel vorgenommen bei unserer Fahrt: Möglichst umweltfreundlich unterwegs zu sein! Wie ist es uns dabei ergangen?

  • Übernachtung im Zelt: Wenn das Wetter es zugelassen hat, haben wir im Zelt übernachtet. Ganz zu Beginn unserer Reise hatten wir – wie im Blog beschrieben – Wetterpech und sind wegen Unwettern auf Pensionen ausgewichen. Ausserdem durften wir drei Mal bei Bekannten und Verwandten in Deutschland, Rumänien und der Republik Moldau unter einem festen Dach schlafen.
  • Kochen mit Holz: Wenn wir im Zelt übernachtet haben, haben wir stets mit dem Holzkocher gekocht. Aufgrund der trockenen Witterung war das Auffinden von trockenem Holz kein Problem.
  • Bevorzugung lokaler Produkte: Wann immer möglich, gaben wir Märkten, Ständen, unverpackt- und lokalen Geschäften den Vorzug. Wenn wir in einem Supermarkt eingekauft haben, haben wir uns stets für einheimische Produkte entschieden.
  • Vermeidung von Plastikmüll: Durch die Mitnahme von Mehrweg – Säckchen konnten wir Gemüse und Obst stets ohne Plastikverpackung kaufen. Auch den Wasserfilter haben wir wann immer möglich eingesetzt. Bei der warmen Witterung mussten wir tagsüber allerdings einige Male auf PET Flaschen zurückgreifen.
  • Rückreise mit dem Zug: Die Rückreise mit dem Zug war eines der Highlights unserer Reise. Wir können die Nachtzüge der moldauischen, rumänischen und österreichischen Eisenbahngesellschaften wärmstens empfehlen.

Vielen Dank an unsere Spender!

Spenden auf dem Spendentool der deutschen Don Bosco Seite werden auf dem Spendenbarometer angezeigt. Die Spenden auf das Schweizer Konto wurden erst nach unserer Fahrt auf diesem Tool manuell ohne Namen nachgetragen. Wir möchten unsere Unterstützer aber natürlich auch namentlich erwähnen und ihnen Danken

  • Gosias Arbeitskollegen Manuela, Elsa, Rosa und Ruedi für Ihre Zuwendungen.
  • Klaus` Arbeitskollegen aus Einsiedeln: Silvia und Reto, Marcel, Marc, Florentin, Steffi und Matthias für die Unterstützung.
  • Johannes` Arbeitskollegen aus Marktoberdorf für die Barspenden
  • Oli aus Bern, Stefan aus Einsiedeln und Stefan aus Wollerau für ihre Spenden.
  • Herr M. aus Gross und Herr K. aus Einsiedeln für Ihre Beiträge.
  • Gosia für ihre Spende und einfach dafür, dass es sie gibt.
  • Marina und Michael für ihre tolle Unterstützung bei bfc in Chisinau.
  • Den Spendern von der Jugendkirche und vom Kulturverein Dialog
  • Der Klasse 2b der Stiftsschule Einsiedeln für einen grossen Teil der Erlöse aus dem Stiftsfest.
  • Maria und Marcella dafür, dass sie die Kolleginnen und Kollegen im Lehrerzimmer der Stiftsschule mit ihrem Kuchen jeden Montag verzückt und das gesammelte Geld an unser Projekt gespendet haben. Vielen Dank auch allen, die dieses Sparschwein gefüttert haben.
  • Oli und Annina, Ida und Kari sowie Herrn E. aus Einsiedeln für die grosszügigen Spenden.
  • Und ganz, ganz besonders dem sechsjährigen Florin dafür, dass er sein Sparschwein für die Strassenkinder in Chisinau geopfert hat! Wow!

Und natürlich allen anderen Spendern, die wir namentlich (noch) nicht erwähnt haben. Wir freuen uns, wenn Sie uns einen Kommentar im Gästebuch hinterlassen.

Insgesamt konnten wir dank Euch allen bisher einen Gesamtbetrag von knapp 9000 Euro, bzw. gut 9000 Franken für die Strassenkinder in der Republik Moldau sammeln!

Vorträge in der Schweiz

Die Spendenfahrt war ein voller Erfolg. Wir möchten unsere Aktion deswegen bekannter machen. Wir haben daher bereits einige Vorträge geplant:

  • Am 29. 11. 2019 ist Klaus um 19:30 bei Veloplus im Emmenbrücke
  • Am 10. 1. 2019 sind wir um 19:30 bei Veloplus in Wetzikon
  • Am 11. 1. 2019 sind wir um 18:30 im Zentrum Waldstatt in Einsiedeln
  • Am 28. 2. 2019 sind wir um 19: 30 bei Veloplus in Winterthur

Wir würden uns freuen, möglichst viele von Ihnen bei einem unserer Vorträge begrüssen zu dürfen.

26. September 2019: Im Veloplus Magazin “Fahrtwind”

Das aktuelle Magazin unseres Sponsors, Veloplus, kündigt unsere Vorträge an.